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Laa an der Thaya

Das Aufschneiden des Eisernen Vorhangs in Laa an der Thaya

 

Am 16. Dezember 1989 geht im Laaer Rathaus ein Anruf des Außenministeriums ein. Darin wird zum Aufruf einer Kundgebung am nächsten Tag ersucht. Zunächst herrscht Unklarheit. „Man wusste nur“, so Manfred Fass, späterer Laaer Bürgermeister, „dass das Ganze etwas mit der Grenze zu tun hat“. Zwei Wochen vorher wurde seitens der Tschechoslowakei mit dem Abbau der Sperranlagen zur Republik Österreich begonnen.

Am Sonntagmorgen finden sich viele Laaer Büger am Stadtplatz ein, auch Nachbarn „von drüben“ sind gekommen. Nun ist der Anlass klar: Die Außenminister der beiden Nachbarstaaten, Jiří Dienstbier und Alois Mock, sind eingetroffen und mit ihnen eine Reihe an Journalisten. Im Versammlungssaal des alten Rathauses wird verkündet, dass das Passieren der Grenze zukünftig ohne Visa möglich ist.

Anschließend wird zum Durchschneiden des Eisernen Vorhangs geschritten. Für Alois Mock ist ist es sein zweites Mal, nach der Premiere am ungarisch-österreichischen Grenzzaun, mit seinem Kollegen Gyula Horn. Die beiden Außenminister packen lustvoll zu und durchschneiden den Eisernen Vorhang. Für Jiří Dienstbier gibt es ein Wiedersehen mit der wartenden Tochter Monika, die seit 1984 in Wien lebt.

Damals hieß es noch unter Staatspräsident Gustav Husak: „Die Grenze ist keine Flaniermeile!“. Nun ist sie wieder eine. Alois Mock spricht noch in Laa vom Beginn einer Entwicklung, die Europa verändern wird.

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