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Illustration zur Geschichte Hardes

Die Kellergassen von Hadres – Eine unterirdische Welt von Weinviertler Lebensgefühl

Im 17. Jahrhundert herrscht noch keine flächendeckende Existenz der Kellergassen, jedoch stammen die ältesten Keller im Weinviertel mit Datierung aus dieser Zeit. Die Kellergassen sind insbesondere nach der Bauernbefreiung 1848 errichtet worden. Kellergassen sind damals bevorzugt in der Nähe von Weingärten angelegt worden, um möglichste kurze Wege zu haben. In der Regel wurden die Keller in den Löss von Weinbergen oder in Seitenwände von Hohlwegen gegraben.

 

Der Weinkeller diente dabei zur Lagerung des Weines und im darüberliegenden Presshaus wurden die Trauben verarbeitet. Ab den 1950er Jahren wurde die Weinproduktion modernisiert, wodurch die Presshäuser ihre ursprüngliche Bedeutung verloren. Heute gibt es im Weinviertel 1.100 Kellergassen, sechs davon befinden sich in Hadres. Die „Hadreser Kellertrift“ ist mit 1,6 Kilometer und 400 Presshäusern, die längste Kellergasse Europas.

 

Den Kellergassen hat der Schriftsteller Alfred Komarek mit seinen Romanen vom radelnden Kriminalinspektor Simon Polt, ein literarisches Denkmal gesetzt. Für den Schriftsteller sind die Menschen in den Kellergassen ein Abbild der dezenten Weinviertler Landschaft und den, vom vermeintlichen Stillstand der Zeit beherrschten, Weinkellern. Die Freigiebigkeit der Weinbauern wusste schon 1912 der Schriftsteller Johann Peter in seinen Schilderungen zu preisen: "Was er hat, das muss auch der Gast genießen …“, wie beispielsweise den traditionellen „Köllagatsch“.

Hierzu wurden alle übrig gebliebenen Zutaten zu einem „Restlaufstrich“ vermengt.

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