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Mikulov und Südmähren – ein vorzüglicher Lebens- und Wirtschaftsraum für die jüdische Bevölkerung

Mikulov

Juden siedeln in Mikulov (Nikolsburg) spätestens seit Beginn des 16. Jahrhunderts. Die ersten jüdischen Familien dürften schon einige Jahre früher in der südmährischen Stadt angekommen sein. Sie sind vermutlich auf der Flucht nach ihrer Vertreibung aus Niederösterreich oder aus böhmischen Königsstädten.  Die vorteilhafte Lage der Stadt an Verkehrswegen zwischen Brünn und Wien bietet ideale Bedingung für ihren Unternehmergeist. Aber auch das gesellschaftliche Klima ist günstig, weil geprägt von liberalem Geist und Toleranz seitens der herrschenden Obrigkeit.

 

1575 gewähren die regierenden Fürsten von Dietrichstein den Juden Selbstverwaltung und Privilegien. Den Adeligen bringt die jüdische Zuwanderung Einnahmen aus deren Handel mit Leinen, Vieh oder Branntwein. Mikulov entwickelt sich zu einer blühenden Stadt der Renaissance. Die jüdische Gemeinde erlebt im 16. und 17. Jahrhundert eine Blütezeit. Mikulov wird nicht nur zur größten und bedeutendsten jüdischen Stadt Mährens, sie wird auch ein Zentrum der jüdischen Bildung mit hoch angesehenen jüdischen Schulen. Es lässt sich hier auch der mährischer Landesrabbiner nieder, die religiöse Autorität der mährischen Juden. Noch in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts stellen Juden die Hälfte der Bevölkerung von Mikulov. Doch bald beginnen die Juden die Stadt zu verlassen und suchen bessere Bedingungen in Großstädten.

 

Nach dem Anschluss Österreichs im Frühahr 1938 verlassen die Juden nach und nach Mikulov, die letzten nach der Besetzung der Stadt durch die Nationalsozialisten im Oktober 1938. Für die Mehrheit der Juden aus Mikulov endet ihr Leben in den Vernichtungslagern im Osten.

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